Die Falle schnappt zu
Wer nicht aufpasst, gerät in die Kostenfalle!

Sicherlich ist ein preisbewusster Käufer einem Schnäppchen nicht abgeneigt. Wer die Möglichkeit hatte, über einen alten orientalischen Markt zu schlendern, kennt das Gefühl. Echte Schnäppchen, reges Treiben, exotische Waren und aromatische Düfte liegen in der Luft. Hier blüht der Handel wie zu Urzeiten schon.

Doch bei allem Charme, den ein orientalischer Markt mit sich bringt, wird man kaum jedem Verkäufer blind vertrauen, oder Ware kaufen, ohne diese vorher zu prüfen. Nach Prüfung hat jedoch praktisch jeder auf so einem Markt schon ein Schnäppchen gemacht.

Stellen Sie sich den heutigen Strommarkt wie einen riesigen orientalischen Markt vor. So vielfältig wie der Strommarkt ist, so breit gestreut sind auch die Tarife. Sehr viele Angebote wollen geprüft werden, um ein passendes Schnäppchen zu finden. Manche Tarife sind risikofreudig, hier mag der Gewinn besonders hoch sein.

"versteckte" Kosten - Hammer Rechnung - Hammer Zahlung

Häufig wird übersehen, dass geänderte Zahloptionen versteckte Kosten beinhalten. Wurde der Stromvertrag unterschrieben, lässt sich daran auch nicht mehr viel ändern. Nimmt man dann alle Kosten zusammen, kann es schon mal sein, dass der neue Stromtarif doch nicht so günstig ist, wie gedacht.

Eine weitere gut getarnte Falle ist die Wechselgebühr. Normalerweise ist der Wechsel an sich nämlich kostenlos. Doch einige Firmen stellen diese Kosten in Rechnung. Der Betrag mag geringer sein, doch auf jeden neuen Kunden hochgerechnet, ergibt das ein netter Zusatzverdienst für das Unternehmen. Andere Stromanbieter bestehen auf einem Mindestumsatz an Kilowattstunden. Gerade dann, wenn der Mindestumsatz höher liegt wie eigentlich benötigt wird, kann dies zu Frust führen. Die extra Kilowattstunden müssen nämlich teuer bezahlt werden.

Wird im Gegenzug weniger Strom gebraucht als geordert, wurde zu viel Geld ausgegeben, was auch wieder zu Ärger führt. Im Vorfeld sollte man daher sehr genau prüfen, wo der eigene Stromverbrauch liegt. Dafür berechnet man am besten aus den letzten 3 - 5 Jahren den Durchschnittsverbrauch. Auch Neuanschaffungen wie Elektrogeräte sollten berücksichtigt werden. Denn einige Haushaltsgeräte wie z.B. Waschmaschinen, Geschirrspüler, Trockner, Kaffeemaschinen, Friteuse, Fernseher und Durchlauferhitzer können sich sehr auf den Stromverbrauch auswirken. Definitiv ein grosser Kostenfaktor ist die Elektroheizung.  Wird der Jahresverbrauch gut kalkuliert, kann man mit einem Mindestumsatzpaket ein echtes Schnäppchen machen.

Vorkasse - bester Preis und trotzdem Pleite

Paket per Vorkasse versenden
Stromtarif mit Vorkasse? Vorsicht!
Viele betrachten die Zahlungsoption Vorkasse mit gemischten Gefühlen, das mag daran liegen, dass die Vor - und Nachteile der Vorkasse erheblich sind. Dies macht sich je nach Ausgangssituation unterschiedlich bemerkbar.

Einige Stromkonzerne bieten Stromlieferung per Vorkasse an. Auch der Preis pro Kilowattstunde scheint äußerst attraktiv zu sein. Doch bei dieser Art der Bezahlung muss einiges beachtet werden.

Der günstige Preis einer Kilowattstunde kann stark für die Option Vorkasse sprechen, allerdings berichten einige Kunden von einer katastrophalen Kundenbetreuung. Sobald das Geld beim Stromanbieter eingetroffen ist, bzw. vom Konto abgebucht wurde, ist Funkstille.

Hier gilt es abzuwägen, wie wichtig einem ein guter Support bei seinem Stromanbieter ist. Preislich können die Strompreise durchaus attraktiv sein. Eine Grundvorraussetzung für Vorkasse ist ein möglichst genauer Stromjahresverbrauch.

Ein Anhaltspunkt gibt die Jahresabrechnung vom Vorjahr. Werden mehr Kilowattstunden verbaucht, als im Vertrag vereinbart worden sind, wird es schnell teuer. Denn den Mehrverbrauch lassen sich die Stromkonzerne gut bezahlen.

Grundsätzlich bedeutet Vorkasse, dass die Zahlung vor der Lieferung erfolgt. Hieraus entstehen weitere Vor - und Nachteile. Für viele Firmen ist es nach einem erfolgreichen Jahr sinnvoll, ihren Strom für das nächste Produktionsjahr zu kaufen. Die Kosten werden sofort mit dem Gewinn verrechnet, die steuerlichen Vorteile liegen klar auf der Hand.

Der Privatkunde hat diesen Vorteil nicht, er geht leer aus. Im Gegenteil, er könnte ggf. seine Mittel gewinnbringend anlegen und einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaften, als er bei Vorkasse an Stromkosten spart.

Sollte der Konzern Konkurs gehen, ist das Geld weg, aber auch der Anspruch auf den Strom geht verloren. Im schlimmsten Fall ist das Geld  per Vorkasse überwiesen worden, und es wird nie Strom geliefert. Passiert einem ein solches Unglück, ist es damit noch nicht ausgestanden. Denn der neue Stromlieferant möchte auch bezahlt werden. So kann es hier im Ernstfall zu doppelten Stromkosten kommen.

Sonderabschlagszahlungen

Einige Stromversorger verlangen einen Sonderabschlag, der bei Vertragsbeginn einmal fällig wird. Es handelt sich hierbei nicht um Kautionen im engeren Sinne, da es keinen Einlagenschutz und auch keine Verzinsung der hinterlegten Summe gibt. Die Versorger bezeichnen diese Zahlung daher als "Sonderabschlag". Die Abschlagszahlung wird entweder gegen Ende des Vertragsverhältnisses zinslos verrechnet bzw. zurückerstattet, oder mit den ersten Abschlagszahlungen in voller Höhe verrechnet.

Letztlich dient dieser Sonderabschlag dazu, eventuelle säumige Stromrechnungen zu begleichen. Gerade bei hohen Jahresendabrechnungen kommt man manchmal mit dem Rechnungsausgleich in Verzug. Da kann eine bereits geleistete Sonderabschlagszahlung hilfreich sein.

KURZ & KNAPP
  • Wird bei den Zahlungsbedingungen nicht aufgepasst, schnappt die Kostenfalle zu
  • Stromtarife mit Vorkasse sind oft günstiger, bergen aber auch ein gewisses Risiko
  • Eine Preisgarantie bringt Sicherheit: Der Anbieter garantiert für einen gewissen Zeitraum, den Strompreis stabil zu halten

Grundgebühr und Strompreis

Die Grundgebühren setzen sich aus dem Leistungspreis und dem Verrechnungspreis zusammen. Doch was wird damit bezahlt?

Mit dem Leistungspreis begleicht der Stromanbieter Kosten, die für die Bereitstellung des Stroms anfallen. Dazu zählt die Aufrechterhaltung des Elektrizitätswerkes, der Umspannwerke und des Verteilungsnetzes.

Der Verrechnungspreis soll die jährlichen Kosten für Zähl- und Messeinrichtungen, die Erfassung der Zählerstände sowie Abrechnung und Inkasso decken.

Doch auch hier legen uns die Konzerne Fallen. Man muss genau wissen, was gebraucht wird, denn sonst hängt man ganz schnell im falschen Tarif. Hier gibt es eine Faustregel: Ist der Jahresstromverbrauch sehr hoch, sollte ein Tarif genommen werden mit hohen Grundgebühren und günstigen Kilowattstunden. Und für die Stromsparer heißt es, einen Tarif mit niedrigen Grundgebühren und teure Kilowattstunden zu wählen.

Ein paar Insidertipps

Der Anbieter muss dem Kunden mindestens zwei verschiedene Zahlungsweisen anbieten. Die Entscheidung, welche der Kunde bevorzugt, liegt dann bei ihm. Wählt der Kunde eine andere Zahlungsweise als vom Anbieter gewünscht, können Extrakosten entstehen. So berechnen Stromanbieter häufig Gebühren für das Versenden von Überweisungsträgern. Eine Einzugsermächtigung hingegen ist in der Regel kostenfrei. Folgekosten bei der Bezahlart müssen vom neuen Versorger vertraglich festgehalten werden. Übrigends sind Gebühren für einen Anbieterwechsel nicht zulässig.


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Für große Verwirrung sorgt oft, dass manche Anbieter ihren Preisen andere Namen geben. Zum Beispiel wird der Preis für eine Kilowattstunde Strom auch Arbeitspreis genannt. Mitunter wird die Grundgebühr auch als Grundpreis bezeichnet.

Auf die Preisgarantie zu achten spart bares Geld. Denn je länger die Preisgarantie ist, desto besser ist dies für den Kunden, da er nicht mit einer Preiserhöhung rechnen muss. Üblich sind 12 Monate, jedoch geben manche Firmen nur eine Preisgarantie von 3 bzw. 6 Monaten. Innerhalb der kurzen Garantie ist der Strompreis sehr niedrig und wird dann überdurchschnittlich hoch angehoben. Da sich die Kündigungsfrist meist über ein Jahr beläuft, fährt der Konzern einen satten Gewinn ein.

Steckdosenleiste mit Geldscheinen
Bringt eine Preisgarantie wirklich Sicherheit?
Der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde beträgt derzeit rund 20 Cent (Stand: Okt 2011). Ein Unterschied von einem Cent macht sich schon sehr bemerkbar, da der Verbrauch eines Haushalts in die tausende Kilowattstunden geht.

Hierzu ein Beispiel: Bei einem Verbrauch von 4.000 Killowattstunden beträgt die Differenz 40 Euro im Jahr, die entweder gespart sind oder als Bonus in die Haushaltskasse fließen. Aufschluss über den Verbrauch des eigenen Haushaltes liefert die letzte Jahresendabrechnung.

In der Regel läuft der Vertrag auch dann weiter, wenn man umzieht. Es gibt aber eine Ausnahme: Wenn der Stromanbieter am neuen Wohnort keine Stromversorgung garantieren kann, erlischt der Vertrag.

Unabhängig von der Kündigungsfrist räumen viele Stromanbieter ihren Kunden ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen ein. Auch hier ist es wichtig, dass dies im Vertrag festgehalten wird, sonst ist der Anspruch auf dieses Recht hinfällig.

Gerade bei besonders günstigen Anbietern kann die Kündigungsfrist relativ lang sein und mehrere Monate betragen. Ein späterer Wechsel wird dadurch erschwert.

Ein weiterer Punkt der Beachtung verdienen sollte ist, dass kleinere Unternehmen häufige eine hohe Vorauszahlung erwarten. Ähnlich kann es bei günstigen Tarifen sein. Dementsprechend sollten auch die Vertragslaufzeiten und auch die Kündigungsfristen ein Bestandteil der Vergleiche sein.

Zu guter Letzt empfielt es sich, den Kundenservice gut zu testen. Als beste Methode gilt hier: anrufen, Fragen stellen, Infomaterial ordern. Generell sollte schon auf "Kleinigkeiten" geachtet werden, wie zum Beispiel:

  • Wartezeit in der Warteschleife
  • wie gut sind die Antworten
  • wie freundlich sind die Kundenberater
  • wie lange dauert es, bis Schriftsätze ankommen
  • Erfahrungsberichte sollten auf der Checkliste nicht fehlen
 
FAZIT
 
 

Dass es durch die Öffnung des Strommarktes möglich ist, verschiedene Tarife zu vergleichen, um den für sich persönlich besten zu finden, ist eine wirkliche Bereicherung. Nicht nur, dass jeder Einzelne sein Portemonai schonen kann, auch der Umwelt kommt diese Vielfalt zugute, gibt es doch immer mehr Menschen, die auf ökologischen Strom Wert legen.

Nichtsdestotrotz gibt es bei vielen Tarifen Finten und manchmal auch unschöne Überraschungen. Hier heißt es aufpassen und genau prüfen. Letztlich bestimmt das Angebot die Nachfrage, sodass jeder Kunde durch sorgfältiges Auswählen seines Strompreisvertrages auch Einfluss auf die Preisstrategie der einzelnen Firmen hat.