Stromtarife jenseits der klassischen Versorgung
Möglichst günstige Energiepreise, Wechselportale und eine schier unüberschaubare Anzahl von Stromanbietern sind in aller Munde. Dabei versuchen die einzelnen Versorger, mit immer neuen, individuellen oder sogar maßgeschneiderten Tarifen hervorzustechen.
Die Basis eines Stromtarifs
Generell wird natürlich zwischen den Gewerbe- und den Privatkunden unterschieden, wobei die Abweichungen beispielsweise in den Grund- und Arbeitspreisen pro kWh liegen. Bei der Versorgung von privaten Abnehmern legen die Versorger bestimmte Durchschnittswerte zugrunde, die sich an der im Haushalt lebenden Personenzahl orientiert. So benötigt ein Single pro Jahr etwa 1.600 kWh, ein Paar rund 2.700 kWh und eine Familie mit zwei Kindern muss mit rund 4.000 kWh rechnen.

Klassisch ist schon lange nicht mehr
Strom und seine Zusammensetzung
Immer noch wird ein Großteil der in Deutschland verbrauchten Elektroenergie aus Braunkohle gewonnen (ca. 25 %). Danach folgen mit rund 23 % die Kernkraft und die Steinkohle mit etwa 18 %. Nur 13 % werden durch Erdgas erzeugt und die so genannten Erneuerbaren Energien kommen nur auf rund 21 % (alle Zahlen 2009).
Sondertarife
In der Regel kann sich der Kunde beim Wechsel des Anbieters zwischen herkömmlichem Strom und den viel zitierten Öko-Strom entscheiden. Allerdings gibt es immer wieder Diskussionen über die Unterschiede, kommen doch beide Stromarten vom gleichen Anbieter und durch das gleiche Stromnetz. Weniger bekannt ist, dass es noch weitere Arten von Stromtarifen gibt, die nicht nur Sinn machen, sondern ebenfalls die Haushaltskasse schonen.
Ein Beispiel ist der Tarif für Wärmepumpen, bei dem die der Umgebung entzogene Wärme zum Heizen genutzt wird. Häufig kommen dafür zwar nur regionale Versorger in Frage, aber dennoch liegt hier ein zu häufig nicht genutztes Sparpotential. Weniger bekannt, aber dennoch weit verbreitet sind Stromtarife für Nachtspeicherheizungen. Bei neuen Verträgen oder einem Anbieterwechsel fällt diese Tarifart kaum noch ins Gewicht, weil die Kosten dafür relativ hoch sind. Außerdem fördert der Staat den Ausstieg aus dieser Art der Beheizung.
Eine andere Tarifart, von der immer wieder mal die Rede ist, sind die Sozialtarife. Gerade sozial Schwache würden davon profitieren, werden doch die Heizkosten bei ALG2-Empfängern übernommen, die ebenso schnell steigenden Stromkosten aber nicht. Und während sich die meisten Versorger und die Politik darum streiten, bleiben die Bedürftigen mal wieder auf der Strecke. Dennoch bieten einige Versorger einen solchen Sozialtarif an (z.B. in Bayern).
Insgesamt gibt es in Deutschland mehrere Stromtarifarten mit reichlichen Sparmöglichkeiten, die aber noch nicht ausreichend bekannt sind. Da aber Konkurrenz das Geschäft belebt, wird sich das hoffentlich bald ändern, auch ohne staatlich verordnete Maßnahmen.