Strompreisentwicklung stößt zunehmend auf Kritik
Die Strompreisentwicklung in Deutschland kennt seit Jahren nur eine Richtung: Aufwärts! Durchschnittlich 23,2 Cent musste der Verbraucher im Jahr 2009 für eine Kilowattstunde bezahlen, im Jahr 2000 waren es noch 13,9 Cent. Auch hinsichtlich der zukünftigen Strompreisentwicklung geben die Prognosen des Bundesverbandes der Deutschen Energiewirtschaft wenig Anlass zur Hoffnung.
Gründe für steigende Strompreise
Die Stromanbieter verweisen zur Begründung von Preiserhöhungen regelmäßig auf steigende Weltmarktpreise für Öl und Gas. Aktuell tritt als weiterer preistreibender Faktor die Erhöhung der Umlage für die Förderung des Solarstroms hinzu. Die Europäische Union erhöht diese Umlage von 2,05 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Sachlich falsch sind diese Hinweise nicht, aber sie geben nur einen Teil der Wahrheit wieder.

Eine Falle die sehr leicht zu schnappt!
Die von den Stromanbietern an der Leipziger Strombörse zu zahlenden Einkaufspreise für Strom steigen keineswegs, sondern sind sogar deutlich gesunken. Im Jahr 2008 mussten die Stromanbieter ihren Strom noch zu einem Preis von 13 Cent pro Kilowattstunde einkaufen, im Jahr 2010 bewegte sich dieser Preis zwischen 5 und 7 Cent. Mehr als genug Spielraum also, Kostensteigerungen ohne Preiserhöhungen aufzufangen! Verbraucherschutzorganisationen wie die Stiftung Warentest weisen daher schon seit Jahren darauf hin, dass Stromanbieter sich beharrlich weigern, auch Kostensenkungen an die Verbraucher weiter zu geben. Relativ neu ist allerdings, dass sich beispielsweise auch der Bundeswirtschaftsminister und der Präsident der Bundesnetzagentur öffentlich dieser Kritik anschließen.
Weitere Preiserhöhungen drohen
Ein weltweit steigender Energiebedarf sorgt für erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Energiepreise. Auch die Kosten für den zwingend erforderlichen Ausbau der europäischen Stromnetze werden letztlich in den Stromrechnungen der Kunden Niederschlag finden.
Dabei geht es längst um mehr als nur das persönliche Haushaltsbudget der Verbraucher. Es droht ein erheblicher Anstieg der Inflationsrate infolge explodierender Energiekosten. Vermutlich war es diese Befürchtung, die den Minister zu seinem öffentlichen Appell veranlasst hat. Ein weiterer dramatischer Anstieg der Strompreise lässt sich nur verhindern oder zumindest begrenzen, wenn die Verbraucher sich ihrer Marktmacht bewusst werden. Zahlreiche günstige Angebote billiger Stromanbieter nützen wenig, solange sich Kunden nur vereinzelt für einen Wechsel entscheiden.