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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

Gezeitenkraftwerke produzieren auf saubere Art und Weise Strom. Doch wie ökologisch sind sie wirklich? ...weiterlesen

Enerdream, Dezember 2018
Ausgabe 12 / 2018

Vattenfall

investiert in neue Kraftwerke

Der Stromanbieter Vattenfall will viele kleine Mini-Kraftwerke bauen. Diese unterscheiden sich grundlegend von den großen Strommeilern, die wir kennen. Die MiniKraftwerke sind nicht zu sehen, wenn man in der Natur unterwegs ist, da als Standort für diese kleinen Kraftwerke die Häuser der Kunden dienen.

Der Stromriese Vattenfall will diese kleinen Kraftwerke deutschlandweit in tausende Häuser installieren, um so flexibel Wärme und auch Strom zu erzeugen. Mit diesen "virtuellen Kraftwerken" sollen die Schwankungen von Wind- und Sonnenkraftwerken aufgefangen werden.

Die Stromgewinnung aus regenerativen Energien gewinnt immer mehr an Bedeutung, allerdings macht es sich auch direkt bemerkbar, wenn die Sonne oder der Wind aus bleibt. Mit Mini-Kraftwerken kann diese Lücke perfekt geschlossen werden, daher ist ein massiver Ausbau der Kraftwerke geplant.

Der Projektchef Hanno Balzer sagte der Frankfurter Rundschau: „Wir planen ein aggressives Wachstum.“ Ab diesem Sommer können bundesweit private oder auch gewerbliche Haushalte diese Kraftwerke ordern. „Wir wollen zunächst jährlich mehrere Hundert Anlagen installieren, später kann es noch deutlich mehr werden“, sagte Balzer.

Seit 2010 sind bereit 50 so genannte Blockheizkraftwerke und einige Wärmepumpen zusammengeschaltet. Die Schnüre laufen in Berlin zusammen und werden dort von einer Schaltzentrale gesteuert.

Das Prinzip

Von dieser Zentrale aus können diese vielen kleinen Kraftwerke jederzeit ferngesteuert werden. Und so ergibt es ein großes Ganzes. Daher spricht man auch von einem virtuellen Kraftwerk. Die Anlagen können Wärme aber auch Strom produzieren (Kraft-Wärme-Kopplung oder KWK) und sind deshalb besonders effizient.

„Der Clou am virtuellen Kraftwerk ist: Wir können Strom- und Wärmeverbrauch zeitlich entkoppeln“, sagte Balzer. Wenn der Strom knapp wird und daher sehr teuer an der Börse ist, kann mit dieser Methode schnell zusätzlicher Strom produziert werden. „Das mitproduzierte, aber gerade nicht benötigte heiße Wasser wird in einem angeschlossenen Wärmespeicher zwischengelagert, bis es gebraucht wird.“ So werde zum Beispiel am frühen Abend Strom produziert und die Wärme dann über Nacht aufgebraucht. „Wir können den Wärmeverbrauch gut über einen Tag verschieben“, so Balzer.

Wärme zum günstigen Preis

Doch wo ist der Nutzen für die Hausbewohner? Herr Balzer antwortet wie folgt: „Sie bekommen immer so viel Wärme, wie sie brauchen, zu einem sehr günstigen Preis zur Verfügung gestellt. Wir vermarkten dann den Strom auf eigene Rechnung.“. Die anfallenden Kosten wie Investitionskosten und Wartungskosten würde Vattenfall übernehmen, die Verträge mit den Hausbesitzern liefen über zehn Jahre.

Vattenfall ist nach Lichtblick der zweite Stromriese, der solche Mini-Kraftwerke im Angebot hat. Lichtblick hat bereits einige hundert dieser Anlagen installiert. Doch einen Unterschied gibt es zwischen Vattenfall und Lichtblick. Lichtblick benutzt kleine, standardisierte Anlagen auf Basis von VW-Motoren. Bei Vattenfall gibt es unterschiedliche KWK-Anlagen. „Die Anlagen werden eine elektrische Leistung von 20 bis 50 Kilowatt haben und sind in der Regel gasbetrieben“, sagte Vattenfall-Projektchef Balzer. Langfristig könnten auch noch größere Kraftwerke eingesetzt werden, wie sie jetzt schon in der Probeanlage in Berlin laufen. „Damit kommen unsere KWK-Anlagen für sehr unterschiedlich große Objekte in Betracht.“

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