Ein Heissluftballon steht am Himmel Ein Heissluftballon steht am Himmel Ein Heissluftballon steht am Himmel
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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

Gezeitenkraftwerke produzieren auf saubere Art und Weise Strom. Doch wie ökologisch sind sie wirklich? ...weiterlesen

Enerdream, Dezember 2018
Ausgabe 12 / 2018

Abrechnung mit der Abrechnung

 

Lichtblicke eines Sparers

Stromsparen im Haushalt
Stromsparen kann kompliziert sein

Jahresendabrechnungen haben irgendwie immer etwas von einem Überraschungsei. Man weiß nicht was man bekommt, und wenn man es dann hat, kann man es nicht gebrauchen. Mir geht es praktisch immer so, wenn ich die Jahresendabrechnung für unseren Stromverbrauch bekomme. Wie ich jedes Jahr erneut auf die irrige Idee komme, dass ich dieses Jahr etwas zurück bekommen könnte, weiß ich selber nicht so genau. Vielleicht stirbt die Hoffnung einfach zuletzt. Aber bis jetzt ist sie zu jeder Abrechnung pünktlich gestorben.

Die Panik

Das schafft Frust! Und zwar nicht zu knapp. Innerhalb von Minuten durchlaufe ich praktisch alle Aggregatzustände der Emotionen. Angefangen von terroristischer Wut („Die mach ich jetzt platt!“) über pseudo-Gerechtigkeitsempfinden („Auf den Energie-spar-elektrischen-Stuhl mit ihnen!“) und absoluter Realitätsentfremdung („Ich werde nie wieder Strom benutzen!“) bis hin zum völligen Nervenzusammenbruch in der Zimmerecke („Bitte nehmt mir meinen Strom nicht weg!“).

Der Entschluss

Irgendwann kompensiere ich dann meine Gefühle in dem Vorsatz: „Schluss mit der Verschwendung. Jetzt spare ich Strom!“, und fühle mich spontan gut. Also auf durch die Wohnung und Stromsparen; Stromvergleich muss sein!. Neuer Tatendrang durchfließt meine Adern, und ich bewege mich selbstbewusst mit federndem Gang zur Abstellkammer, um mir mein Höckerchen zu holen. Deckenleuchtmittel wollen inspiziert werden. An der Türklinke zur Kammer überrascht mich der Stromschlag meines Lebens. Beim Wimmern während meines Nervenzusammenbruchs in der Zimmerecke hatte ich wohl meinen Kopf zu sehr am Hartplastikregal von Ikea gerieben und mich dabei elektrisch aufgeladen.

Die Planung

Für einen Moment fühle ich mich wie ein Hochspannungsmast, der beim Feiern letzten Abend ein paar kV zuviel hatte. Der Fehler wird mir nicht noch einmal passieren. Meinen Eifer jedoch, kann diese Erfahrung nicht dämpfen. Um Strom zu sparen muss man hart sein. Also reiße ich den Hocker aus der ihm vertrauten Kammer und ignoriere die herunterfallenden Utensilien. Sparen beginnt hier und jetzt. Meine Entschlossenheit hat etwas Wildes, Animalisches. Mir wachsen spontan drei Haare auf der Brust.

Das Scheitern

Mit der Entschlossenheit des jüngsten Gerichts platziere ich den Hocker unter der Deckenlampe im Flur und erklimme als Reinhold Messner die Stufe zum Stromsparerfolg. Hier wird es beginnen. Hier und jetzt. Mann, sitzt die Glühbirne fest. Jetzt keine Schwäche zeigen. Glühbirnen spüren das. Sie können die Angst förmlich riechen. Mann, sitzt die Birne fest. Ich verdopple meine Bemühungen. Mehr Kraft weniger Hirn. Egal, die Funzel bewegt sich keinen Millimeter, und ich meine aus der Lampenfassung ein höhnisches Kichern zu hören. Ich stutze. Moment mal! Wie war noch mal "Auf"? Also versuche ich mal auf Verdacht die andere Drehrichtung und siehe da; geht ganz leicht und die Birne gleitet aus der Fassung.

Das ich über meine Blödheit leicht sauer bin, überspiele ich mit einem betont siegessicheren Grinsen. Ich bin kurz vor dem Ziel. Mit irrem Blick fixiere ich mich auf mein Leuchtmittel. „Ein Blick auf deine Wattzahl wird dir dein stromfressendes Geheimnis entreißen du Auftragsleuchte des Bösen“. Was? 24 Watt? Die Erkenntnis tritt unter Schmerzen aus dem dunklen Schatten des Vergessens in den hell strahlenden Kreis des Erinnerns. Die Glühbirnen hatte ich schon letztes Jahr gewechselt.

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind