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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

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Enerdream, Dezember 2018
Ausgabe 12 / 2018

Strompreiserhöhung 2013

Strompreise steigen 2013 um 12 Prozent

2013 zeichnet sich eine Kostenexplosion im Stromsektor ab, viele Stromkunden sind verunsichert und rechnen damit, tief in den Geldbeutel greifen zu müssen. Um die 12 Prozent soll der Strompreis erhöht werden, das sind bei einem 4 Personen-Haushalt, der ca. 4000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, Mehrkosten von 120 bis 200 Euro; je nachdem, wie viel nun der aktuelle Stromanbieter aufschlägt.

Tarifsteigerung

Ist die Kostenspirale einmal in Gang gesetzt, möchte jeder profitieren; ca. 600 der ungefähr 1000 Stromversorger springen auf den fahrenden Zug auf und senden ihren Kunden neue Strompreistarife ab 01.01.2013. Begründungen wie Erhöhung der EEG-Umlage, gestiegene Netzkosten, die Subventionierung stromintensiver Unternehmen oder die Umlageerhöhung der KWK-Umlage sind unter anderem zu lesen.

Zahlenrondell

Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Bei der EEG-Umlage handelt es sich um das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Hierdurch wird den Stromerzeugern von erneuerbaren Energiequellen feste Einspeisevergütungen garantiert. Auch wird Strom aus erneuerbaren Quellen bevorzugt eingespeist. Die EEG-Umlage steigt 2013 von 3,592 auf 5,277 Cent pro kWh. In dem Betrag von ca. 1,7 Cent/kWh verbergen sich auch die stromverbrauchsstarken Unternehmen, welche von der Umlage ausgenommen werden. Die entstehenden Zusatzkosten muss letztlich jeder Verbraucher zahlen, der die EEG-Umlage auf seiner Rechnung wiederfindet.

Auch andere Strompreiskomponenten tauchen auf der Stromrechnung auf. So werden unter anderem die Netzentgelte erhöht, was jedoch nichts mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien zu tun hat. Dann wäre da noch die Neueinführung der § 19 StromNEV Umlage. Mit dieser Umlage kann kaum jemand etwas anfangen und doch gibt es sie schon seit 01.01.2012. Hinter dieser Umlage verbirgt sich ein Ausgleichen von Mindereinnahmen beim Stromversorger. „Welche Mindereinnahmen“, ist die berechtigte Frage. Jeder Kunde, der die § 19 StromNEV Umlage auf seiner Stromrechnung findet, finanziert die Befreiung der Netzentgeltzahlung von Unternehmen, die einen jährlichen Strombezug von mindestens 7000 Benutzungsstunden aufweisen.

Weil es so gut klappt, ohne großes Aufsehen neue Umlagen einzuführen, wird dies zum 01.01.2013 mit der Offshore-Haftungsumlage noch einmal wiederholt. Hierbei handelt es sich letztlich einmal mehr um eine Kostenweitergabe an den Endverbraucher, die von ihm selbst nicht verursacht wurde. Wird ein Offshore-Windpark nicht im Rahmen der Frist vom Netzbetreiber ans Netz angeschlossen, werden die hierbei entstehenden Kosten zum einen dem Netzbetreiber und zum anderen dem Stromkunden auferlegt. Da der geplante Anteil der Netzbetreiber geringer ausfällt, wie einmal vorgesehen, muss der Endkunde die Differenz tragen. Erste Klagen werden abgewogen, da Bürgerwindparks im Gegensatz zu Offshore-Windkraftprojekten sämtliche Risiken selbst tragen müssen.

Still und leise verdient auch der Staat an den Strompreiserhöhungen; die höhere Umsatzsteuer schlägt kräftig zu Buche, hier werden rund 2 Milliarden Euro Mehreinnahmen veranschlagt. Nur 41% der gesamten Strompreiserhöhung liegt an der EEG-Umlage, die restlichen Kosten resultieren unter anderem auf Netzentgelte, Abgaben und Steuern.

Fehlkalkulation

Die Stromkosten für den Endkunden steigen, der Stromeinkauf an der Börse sinkt. Nun könnte jeder Endverbraucher damit rechnen, dass der Stromversorger diesen Kostenvorteil weitergibt. Hier wird allerdings übersehen, dass der Strom vom jeweiligen Versorger bis zu 36 Monate im Voraus eingekauft wird. Nach Fukushima war die Sorge vor einem starken Anstieg der Strompreise groß; dies führte dazu, dass sich viele Stromkonzerne frühzeitig mit immensen Stromkontingenten eindeckten, die erst einmal 'abgearbeitet' werden müssen. Daher können Kostenvorteile durch sinkende Börsenkurse nur zeitverzögert weitergeben werden. .

intelligente Kostensenkung

Strom braucht jeder, das bedeutet aber nicht, dass horrende Kosten des aktuellen Stromanbieters mit einem stoischen Kopfnicken bezahlt werden müssen. Laut Energieexperte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentrale ist es „eine wunderbare Gelegenheit für den Verbraucher, seine Macht auszuspielen und den Anbieter oder den Tarif zu wechseln".

Stiftung Warentest rät ausdrücklich zum Strompreisvergleich, da ein Stromanbieterwechsel bares Geld sparen kann. Gerade bei Strompreiserhöhungen tritt das Sonderkündigungsrecht in Kraft, sodass ein Lieferantenwechsel ohne Probleme möglich ist. Zu beachten ist hier, dass das Sonderkündigungsrecht oftmals nur zwei Wochen gilt.

Stromanbieter müssen ihre Kunden übrigens sechs Wochen vorher schriftlich über die Strompreiserhöhungen informieren. Eine E-Mail reicht hier nicht aus. Aktuelles Beispiel ist Vattenfall. Die meisten Briefe über eine Erhöhung des Strompreises sind bei Kunden nach dem 20.11.2012 (der letzte fristgerechte Tag) eingegangen. Verbraucherschutz-Experte Günter Hörmann weist darauf hin, dass es auf den Zugang des Briefes ankommt, nicht auf das Absendedatum. Die Verbraucherzentrale gibt explizit Rat, wie hier zu verfahren ist.

Übrigens könnte theoretisch der Strompreis für Endverbraucher sogar sinken, wenn Sonne, Wind und Co. effektiv genutzt würden. Der Journalist Frank Farenski hat sich mit dieser Materie ausführlich beschäftigt und einen Film gedreht. Als besondere Hommage an die Erneuerbaren Energien, lässt Farenski den Film in einigen Kinos für den Gegenwert der gestiegenen Erneuerbare-Energien-Umlage (1,68 Cent) abspielen.

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind