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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

Gezeitenkraftwerke produzieren auf saubere Art und Weise Strom. Doch wie ökologisch sind sie wirklich? ...weiterlesen

Enerdream, Dezember 2018
Ausgabe 12 / 2018

Flexstrom folgt Teldafax mit wehenden Fahnen

 

Flexstrom ist seit Freitag dem 25.03.2013 offiziell pleite. Offiziell wurde es durch das Anmelden der Insolvenz, intern war letztlich schon länger bekannt, dass die Zahlen nicht stimmen. Nur wahrhaben wollte es die Firmenleitung wohl nicht, so wurde bis zuletzt auf er Firmen-Hompage die Verdoppelung des Jahresüberschusses 2010 und 2011 gefeiert

So manch gar zu nervöser Kunde – schließlich warnte unter anderem das „Handelsblatt“ Ende 2012 vor seltsamem Geschäftsgebaren - wurde mit dem Wissen der unabhängigen Hoppenstedt Kreditinformationen GmbH beruhigt; eine hervorragende Bonität des Stromdiscounters Flexstrom, verlange in der Konsequenz ein Top-Ranking.

Hier wäre die Frage in den Raum zu stellen, woher die Kreditinformation GmbH ihre Zahlen hatte; im Juli 2012 wurde eine einwandfreie Bonität bescheinigt, am 13.11.2012 berichtete das „Handelsblatt“ von Unregelmäßigkeiten und Auffälligkeiten im Zahlungsverkehr bei zweien der vier Übertragungsnetzbetreiber. FlexStrom fand die kritische Berichterstattung nicht amüsant, schrieb das „Handelsblatt“ doch, dass Flexstrom bei diversen Regionalgesellschaften die Durchleitung von Strom nur noch gegen Vorkasse gestattet sei.

Schnell wurde eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitung erwirkt – das Handelsblatt musste schweigen. Wie sich jedoch heraus stellte, hat FlexStrom falsche Angaben gemacht. Die einstweilige Verfügung wurde aufgehoben und die Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro ausgesprochen, wenn FlexStrom weiterhin Falschaussagen tätigt.

Der Rubel wird nicht rollen

FlexStrom agiert nicht alleine, die beiden Tochtergesellschaften OptimalGrün und Löwenzahn Energie sind ebenfalls zahlungsunfähig; ein Detail, welches FlexStrom selber nur verhalten erwähnt. Spätestens bei Löwenzahn Energie wird deutlich, dass FlexStrom eine ähnliche Masche verfolgte, wie Teldafax. Laut der Verbraucherzentrale Baden Würtenberg wurden gutgläubige Kunden mit extrem billigen Preisen gelockt. War der Vertrag erst unterschrieben kam der Schock per Post; Preiserhöhungen von teilweise über 100 Prozent wurden in laufenden Verträgen anvisiert.

Die meisten der über 570.000 FlexStrom -Kunden haben die günstigen Vorkassetarife gebucht und somit doppelte Sorgen. Erst durften sie sich mit zurückgehaltenen Bonuszahlungen auseinander setzen, nun müssen sie auf das eröffnete Insolvenzverfahren warten in der Hoffnung, ihre Vorrauszahlungen wieder zu sehen. Einmal mehr wird deutlich, dass billig nicht gleich gut und die Hoffnung „es wird schon gut gehen“ zu naiv ist.

Schadensbegrenzung

Laut den Homepages von FlexStrom, OptimalGrün und Löwenzahn Energie, läuft der Geschäftsbetrieb normal weiter – die Stromlieferung steht. Vorerst. Wird diese jedoch während des Insolvenzverfahrens gestoppt, wird der Strom nicht mehr von den insolventen Firmen geliefert, sondern vom Grundversorger. Dieser berechnet den unfreiwilligen Kunden den Grundtarif, was zu allem Überfluss höhere Stromkosten nach sich zieht..

Wenn das vorrausgezahlte Geld auch im Zweifelsfall weg ist, aktuelle Kosten bei den insolventen Firmen sollten minimiert werden. "Kunden haben das Recht, im Insolvenzfall, Vorauszahlungen zurückzuhalten", erläutert Finanzexperte Gothe-Syren. Sein Kommentar : "Ich persönlich würde sofort kündigen, die Einzugsermächtigung widerrufen und Lastschriften, so weit möglich, zurückholen – nicht erst den Fortgang des Insolvenzverfahrens abwarten." Gekündigt ist der aktuelle preisgebundene Stromvertrag dann allerdings nicht: "Erst wenn Flexstrom keinen Strom mehr liefert, haben Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht", so Gothe-Syren.

Wenn das vorrausgezahlte Geld auch im Zweifelsfall weg ist, aktuelle Kosten bei den insolventen Firmen sollten minimiert werden. "Kunden haben das Recht, im Insolvenzfall, Vorauszahlungen zurückzuhalten", erläutert Finanzexperte Gothe-Syren. Sein Kommentar : "Ich persönlich würde sofort kündigen, die Einzugsermächtigung widerrufen und Lastschriften, so weit möglich, zurückholen – nicht erst den Fortgang des Insolvenzverfahrens abwarten." Gekündigt ist der aktuelle preisgebundene Stromvertrag dann allerdings nicht: "Erst wenn Flexstrom keinen Strom mehr liefert, haben Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht", so Gothe-Syren.

Gewinner

Die grossen Gewinner, die natürlich als solche ungern erwähnt werden, sind die Grundversorger. Sind geprellte Kunden nach einer schlechten Erfahrung erst einmal zwangsweise zu ihnen gewechselt, bleiben sie auch dort. Zu hoch ist das Risiko, wieder einen Stromreinfall zu erleben.

Verlierer

Der Verlierer ist der Wettbewerb, ergo der Kunde. Einmal mehr funktioniert hier die Aussage, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt. Häufig wechselnde Versorger halten den Strommarkt lebendig, da jeder Stromanbieter etwas vom Geldkuchen abhaben möchte und daher preispolitisch halbwegs sozial handelt.

Blick in die Zukunft

Unabhängige Stromlieferanten brauchen Kunden und Einnahmen. Und zwar reichlich, damit der Gewinn stimmt. Daher sind Vorauskassezahlungen sehr beliebt, werden so doch nicht nur Kunden gebunden, sondern viel Bares eingenommen, welches ausgegeben werden kann, bevor der Kunde seine Leistung erhalten hat

Vorauskasse hat auch ihre guten Seiten; durch ein Festpreisangebot inklusive Vorauszahlung wird der Stromvertrag günstig. Eines zeigt die Vergangenheit jedoch deutlich; das beste Sparen funktioniert nicht, wenn die dementsprechene Bonität des unternehmens nicht dahinter steht. Daher sollten vor Vertragsabschluss Kundenrezessionen sehr genau angeschaut werden und wer sich nicht sicher ist, schließt einen Stromvertrag ab, der mehr Sicherheit bietet.

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind