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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

Gezeitenkraftwerke produzieren auf saubere Art und Weise Strom. Doch wie ökologisch sind sie wirklich? ...weiterlesen

Enerdream, Dezember 2018
Ausgabe 12 / 2018

Wasserkraftwerk Itaipú - Umweltfreundliche Stromerzeugung mit Schattenseiten

Wasser marsch zwischen Brasilien und Paraquay

Eines der größten Wasserkraftwerke der Welt liegt im Grenzgebiet der südamerikanischen Länder Brasilien und Paraguay. Itaipú versorgt beide am Bau beteiligten Länder mit großen Mengen an Strom. Auch wenn das Wasserkraftwerk der Superlative zu den umweltfreundlichen Energieproduzenten zählt, so sind doch die Eingriffe in die Natur und das Leben der Menschen unübersehbar.

Die technischen Daten des Wasserkraftwerkes, das 2007 fertig gestellt wurde, sind beeindruckend. Schon die Höhe der Baukosten, die Brasilien aufbrachte, belief sich auf 16,6 Milliarden US-Dollar. Um die benötigten Wassermengen zu bekommen, wurde der Fluss Paraná gestaut. Das Wasser wird in einem künstlich angelegten Stausee mit 1.350 Quadratkilometer Gesamtfläche aufgefangen, der an seiner breitesten Stelle zwölf Kilometer aufweist und damit zweieinhalb mal so groß wie der Bodensee ist.

Wasserkraftwerk der Superlative

29 Milliarden Kubikmeter Wasser können hier gestaut werden. Die Staumauer, die aus über zwölf Millionen Kubikmeter Beton und hohen Erdwällen besteht, erstreckt sich über 7.760 Meter. 20 leistungsstarke Francis-Turbinen sind im Einsatz. Sie nehmen 62.000 Kubikmeter Wasser in der Sekunde auf und arbeiten mit Überdruck, um Druckschwankungen auszugleichen. Bereits eine einzige Turbine reicht aus, um 1,5 Millionen Menschen mit Strom zu versorgen. Seit Ende 2005 verfügt das gesamte Kraftwerk über eine Nennleistung von 14.000 Megawatt, 94 Terawattstunden werden jährlich erzeugt.

Der größte Anteil der erzeugten Energie wird vor allem als Wirkleistung in den Großraum der brasilianischen Stadt São Paulo geliefert und dort in Umrichterstationen in Wechselstrom umgewandelt. Durch das Wasserkraftwerk Itaipú werden 95 Prozent des Energiebedarfes von Paraguay gedeckt, Brasilien bezieht 25 Prozent seines Landesbedarfs aus dem Kraftwerk. Neben der Energiegewinnung sorgt das gigantische Bauwerk für Ströme an Touristen. Bereits viele Millionen Besucher bestaunten die beeindruckenden technischen Errungenschaften.

Unübersehbare Nachteile für Mensch und Natur

Natürlich hat ein solcher Großbau auch seine Schattenseiten. Durch die Aufstauung des Flusses und die Überflutung der anliegenden Gebiete mussten die dort lebenden 40.000 Guarani ihre Heimat verlassen. Sie bekamen zwar neues Land zugewiesen, doch fehlen die für die Bearbeitung notwendigen Werkzeuge, sodass die umgesiedelten Menschen in großer Armut leben.

Die Eingriffe in die Natur haben eine Veränderung von Flora und Fauna bewirkt. Viele Tierarten sind im Gebiet nicht mehr aufzufinden und auch viele Pflanzenarten sind seitdem verschwunden. Die einstmals wegen ihres Wasserreichtums bewunderten "Sete Quedas" versanken in den Wassermassen des Paranà-Flusses.

Das Wasserkraftwerk Itaipú ist dennoch ein gelungener Beweis dafür, dass es möglich ist, Millionen von Menschen mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen. Die Produktion erfolgt nahezu CO² frei und verzichtet auf Atomkraft oder umweltschädliche fossile Brennstoffe. Für zukünftige Projekte wäre es allerdings wünschenswert, wenn die Belange von Einwohnern mehr Berücksichtigung fänden, und wenn die Eingriffe in die Natur weniger massiv ausfallen würden.

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind