Ein Heissluftballon steht am Himmel Ein Heissluftballon steht am Himmel Ein Heissluftballon steht am Himmel
Bild
Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

Gezeitenkraftwerke produzieren auf saubere Art und Weise Strom. Doch wie ökologisch sind sie wirklich? ...weiterlesen

Enerdream, Dezember 2018
Ausgabe 12 / 2018

Energieeinsparungen durch nachhaltige Dämmstoffe

Energiekosten senken

In Hinblick auf die ständig steigenden Energiepreise bleibt das Thema Wärmedämmung stets aktuell; es geht nicht nur um das Stromkosten senken, auch die Öl- Pellet- oder Gasheizung soll weniger Energie verbrauchen.

Eine fachgerechte Wärmedämmung kann hohe Energieeinsparungen mit sich bringen. Bei der Wahl des richtigen Materials spielt dabei die Verwendung von Naturstoffen eine immer größere Rolle, da diese für Umweltbewusstsein und ökologische Nachhaltigkeit stehen. Sie garantieren ein energieeffizientes Ergebnis und punkten außerdem mit einigen Vorteilen gegenüber konventionellen Wärmedämmstoffen, da sie wasserdampfundurchlässig sind. Die damit erzielbare Einsparung beträgt bis zu 12 Prozent der Heizkosten.

Für das Dämmen verwendete Naturmaterialien gibt es inzwischen reichlich, dank des immer differenzierter werdenden Umwelt- und Sparbewusstseins. Doch Dämmung ist nicht gleich Dämmung, daher sollte sich nicht nur mit der Art des Materials sondern auch mit dem individuellen Einsatz auseinandergesetzt werden.

Hanf dämmt gekonnt

Hanf ist eine alte Kulturpflanze und wird aus des Fasern und dem Stroh der Hanfpflanzen gewonnen. Der bei der Hanfherstellung anfallende „Abfall“ wird nicht entsorgt, sondern als wertvoller Schüttdämmstoff z.B. in Fußböden eingesetzt. Hanf weist hinsichtlich Schallisolierung und Wärmedämmung sehr gute Eigenschaften und Werte auf, daher ist er recht vielseitig einsetzbar.

Am häufigsten wird Hanf in Form von Dämmmatten genutzt, welche in die Unter- und Zwischensparren des Daches zur Dämmung eingebracht werden. Müssen die Dämmmatten brandschutzgeeignet sein, wird zusätzlich Amoniumphosphat in die Hanfmatten eingearbeitet. Für die Zwischenbodendämmung kann loser Hanf in Form von Stopfwolle eingesetzt werden. Hanf eignet sich auch für die Dämmung von Holzrahmen, für die Fassadenaußendämmung und für die Dämmung von Raumtrennwänden. Allerdings sollte Hanf nicht zur Perimeterdämmung eingesetzt werden, hier wird wasser- und druckbeständiges Material wie extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten oder Schaumglasplatten eingesetzt.

Hanf besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit (je höher die Leitfähigkeit, umso schlechter die Dämmung), daher ist die Dämmung im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen relativ niedrig. Allerdings ist die feuchtigkeitsregulierende Wirkung von Hanf ein Traum, 17 Prozent der Dämmmasse kann als Feuchtigkeit aufgenommen werden, ohne dass die dämmende Wirkung verloren geht. Daher eignet sich Hanf recht gut zur Dämmung der Wetterseite hinter einer Verkleidung.

Übrigens ist Hanf aufgrund des hohen Gehalts an eingelagerten Kieselsäuren feuchtigkeitsbeständig und damit auch fäulnisresistent.

Flachs ist alt und bewährt

Flachs gehört wie Hanf zu den nachwachsenden Rohstoffen, seine dämmenden Eigenschaften sind schon sehr lange bekannt. Flachsmatten sind hundertprozentig umweltfreundlich, so werden die Fasern mit Kartoffelstärke gebunden und als natürliches Flammschutzmittel wird Borsalz eingesetzt; eine hochinteressante Verarbeitung für Allergiker. Matten aus Flachs eignen sich aufgrund von feuchteregulierenden Eigenschaften hervorragend für die diffusionsoffene Bauweise und werden auch gerne bei der Altbausanierung eingesetzt. Flachs wirkt sich besonders positiv auf das Raumklima aus und ist fäulnisresistent. Die Matten werden unter anderem zur Zwischensparren- und Untersparrendämmung von Dächern verwendet und auch in Rauminnenwänden kommt Flachs zum Einsatz.

Flachs eignet sich allerdings nicht für die Außendämmung, egal ob es sich um die Fassade oder das Dach handelt. Da Flachs Feuchtigkeit aufnimmt und diese auch wieder abgibt, wird Flachs zur Raumklimaregulierung sehr geschätzt. Zusätzlich eignet sich Flachs als Schallschutz und ist sehr leicht entsorgbar, was das etwas teurere Material recht attraktiv werden lässt.

Holzfaserdämmplatten besitzen viele Talente

Platten aus Holzfaser werden aus entrindetem Restholz hergestellt, haben eine gute Schallschutzwirkung sowie Wärmespeicherfähigkeit und wirken feuchtigkeitsregulierend. Da die zerriebenen Holzfasern mit dem holzeigenen Harz verklebt werden, brauchen die Holzfaserdämmplatten keinen zusätzlichen Klebstoff.

Holzfaserplatten sind leicht zu bearbeiten und werden bevorzugt in der Aufdach- und Zwischensparrendämmung eingesetzt, außerdem auch zur Wanddämmung im Trockenbau sowie zur Trittschall- und Wärmedämmung von Zwischendecken. Ein zusätzliches großes Plus zeigt sich in der Wärmeschutzfunktion. Wie ein Puffer wird die Sommerhitze gespeichert, sodass die Wärme stark zeitverzögert freigesetzt wird. So ist es tagsüber angenehm kühl und nachts kühlen die Räume nicht aus.

Zellulose macht Mineralwolle Konkurrenz

Zellulose ist ein Dämmmaterial, welches in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Preis zu konventionellen Stoffen wie Mineralwolle am konkurrenzfähigsten ist und sich durch eine gute Schallschutzeigenschaft und Wärmedämmung auszeichnet. Außerdem wirkt Zellulose, die üblicherweise in Flocken zum Einsatz kommt, zudem feuchtigkeitsregulierend. Das Material eignet sich für den Holzrahmenbau und kann überall sonst sehr flexibel eingesetzt werden, etwa durch Einblasen in Hohlräume oder mittels Feuchtsprühverfahren.
Zellulose im Fachwerkbau hat auch Grenzen, da Fachwerk nie wirklich dicht ist, kann sich Feuchtigkeit in der Zellulose sammeln, es kommt zur Schimmelbildung, da Zellulose die Feuchtigkeit nicht wieder abgibt. Um dem vorzubeugen, wird Zellulose gerne chemisch behandelt, was gesundheitsschädlich ist. Daher sollte bei Zellulose unbedingt auf die Zusatzstoffe geachtet werden.

Weitere ökologisch wertvolle Dämmmaterialien

Wiesen- und Seegras besitzt eine günstige Energiebilanz, erzeugt ein angenehmes Raumklima, beinhaltet einen guten Hitzeschutz und enthält einen natürlichen Brandschutz. Zudem ist es ideal für die Altbausanierung und zeichnet sich durch eine vorwiegende Verwendung durch das Einblasen von Flocken aus. Auch Dämmmatten kommen zum Einsatz.

Kokosfaser hat gute Schalldämpf- und Wärmeeigenschaften, ist widerstandsfähig gegenüber Nässe, ist leicht und sehr elastisch. Als Stopfwolle ist Kokosfaser besonders gut geeignet zur Dämmung von feuchtigkeitsempfindlichen Bereichen.

Kork wird bereits seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. verarbeitet. Es hat eine hohe Komprimierbarkeit und Elastizität bei geringem Gewicht, ist schwer brennbar, feuchtigkeitsunempfindlich, verschleißfest und optimal als Trittschalldämmung. Es wird häufig in Form von Dämmplatten oder als Schüttmaterial verwendet.

Blähton ist als nicht brennbar eingestuft worden. Es ist frostbeständig, feuchtigkeitsunempfindlich, druckfest sowie säure- und basenresistent. Die wärmedämmenden Eigenschaften sind jedoch nur mittelmäßig. In erster Linie wird es als Schüttmaterial zum Verfüllen von Hohlräumen und als Substrat zur Begrünung von Dächern verwendet.

Ausblick

Bei dieser Masse an nachhaltigen Dämmstoffen ist ein Paradigmenwechsel im Baugewerbe wohl unabdingbar. Schon jetzt zeichnet sich ein Umdenken der Bauherren ab, nicht umsonst sind nachhaltige Dämmstoffe schon bequem online zu beziehen. Einer Verringerung des ökologischen Fußabdrucks kommt das Umdenken im Dämmstoffbereich mit Sicherheit entgegen.

Auch im Stromsegment musste langsam aber sicher ein Umdenken stattfinden. War noch vor wenigen Jahrzehnten Atomstrom das Mittel der Wahl, werden inzwischen mit Hochdruck alternative Eergiequellen eingesetzt. Die Entwicklung des Ökostroms schreitet weiter voran, das Nischendasein ist schon lange beendet.

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind