Ein Heissluftballon steht am Himmel Ein Heissluftballon steht am Himmel Ein Heissluftballon steht am Himmel
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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

Gezeitenkraftwerke produzieren auf saubere Art und Weise Strom. Doch wie ökologisch sind sie wirklich? ...weiterlesen

Enerdream, November 2017
Ausgabe 11 / 2017

Wie Kontinente und Länder mit Strompreiserhöhungen umgehen

Billigstrom ist Geschichte

Wer zu den älteren Semestern zählt, mag sich noch daran erinnern, dass Strom in früherer Zeit etwas Besonderes war. Wer Elektrizität besaß, war „In“, wie man heute so schön sagt.

Ganze Horden von Nachbarn kamen, um bei Licht zu lesen, oder gar ein Fußballspiel anzuschauen. Und abends? Sah man in den Häusern in fast jedem Zimmer eine Birne mit einfacher Glühwendel brennen. Selbstredend blieben die Gardinen offen, damit schon von weitem das Licht zu sehen war. Über Stromkosten machte sich niemand Gedanken; ganze Häuser wurden mit Nachtspeicheröfen ausgestattet, da Strom als günstige Energiequelle galt.

Heutzutage sind diese Bilder wohl für immer Geschichte. Ja, es brennt immer noch Licht in den Zimmern der Häuser, nur sind es LED-Lampen, Energiesparbirnen oder LED-Fernseher. Und Licht brennt nur dort, wo es benötigt wird; ein menschenleeres Zimmer mit brennendem Licht wird höchstens mal von einem Kind hinterlassen.Doch auch diese lernen durch immer wiederkehrende Erinnerungen der Eltern, den Lichtschalter bei Verlassen des Zimmers zu benutzen. 2013 gehörte zu einem teuren Stromjahr und 2014 wird es nicht anders aussehen; die Strompreisentwicklung klettert nicht nur in Deutschland steil nach oben.

Schweiz

Die EWB schafft ihre Rabatte ab und erhört ebenfalls den Strompreis, so dass Stadtberner 2014 im Durchschnitt satte 7,7 Prozent mehr für ihren Strom berappen müssen. Hierzu hat eine Entscheidung des Bundesgerichts und des Departements Leuthard beigetragen. Der Entscheid lässt zu, dass die Netzgesellschaft Swissgrid deutlich höhere Netzkosten verrechnen darf. Damit erlaubte das Bundesgerichtsurteil für Investitionen seit 2009 Aufschläge im Nachhinein.

Die kantonale BKW fossiert gar eine Erhöhung um 9,7 Prozent. Das schlägt für Stadtberner Haushalte mit jährlichen Aufschlägen von 30 bis 170 Franken zu Buche, je nachdem, wie groß die Wohnung ist. Zusätzlich fällt der Grundtarif weg, womit einer alten Forderung des Stadtrats von 2011 Folge geleistet wird. Zusätzlich fällt die Aktion Stromsparbonus weg.

Taiwan

Geringverbraucher werden in Taiwan belohnt und sollen von der angekündigten Strompreiserhöhung im Oktober ausgenommen werden. Interessant ist, von welchen Stromabnehmermengen hier geredet wird; da können Menschen in Deutschland nur von träumen.

Wer in Taiwan einen Stromverbrauch von 500 Kilowattstunden im Monat hat, kommt an der angepassten Strompreisentwicklung vorbei, er muss nicht mehr zahlen. Wer 500 bis 700 kWh braucht, muss allerdings in die Geldbörse greifen und zwar zwischen 0 und 4%. Wer 1000 kWh nutzt, zahlt 7% und über 1000 kWh kann der Strompreis auf 10% Mehrkosten klettern.

Auch Kleinunternehmer werden berücksichtigt, bis zu einem Verbrauch von 1500 kWh bleibt für sie der Strom preiswert. Danach steigen die Strompreise zwischen 10,4 und 12,2%. Das Wirtschaftministerium gab bekannt, dass der Strom günstiger bleibt, wie angenommen. Es handelt sich bei der Erhöhung der Stromkosten im Oktober um die zweite Stufe von insgesamt dreien.

Deutschland nimmt Schweden als Vorbild

Günstiger Strom ist inzwischen eher ein Wunschtraum, der auf lange Sicht nicht zu erfüllen sein wird. Energie günstig zu produzieren wird daher immer wichtiger werden, um eine Kostenexplosion im Stromsektor so gut wie möglich zu deckeln. Hier soll ein Quotenmodell aus Schweden hilfreich zur Seite stehen.

Durch die Ökostromquote entscheidet jeder Energieversorger selber, ob diese per Wind-, Sonnenenergie, Biogas oder Wasser erreicht wird. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) äußert jedoch massive Bedenken, da derartige Ausbaumodelle nicht einfach auf andere Länder umgemodelt werden können. So ist beispielsweise Windenergie in Deutschland am günstigsten, doch nicht am effektivsten; in Deutschland fegen einfach nicht so viele Lüftchen wie in Schweden und zusätzlich würden ganze Gemeinden Sturm laufen (womit die Windfrage schon fast geklärt wäre), wenn ihr Ort mit Dutzenden von Windrädern zugepflastert wäre.

Bayern

Im Freistaat Bayern ticken die Uhren anders; hier bahnt sich eine eigene Meinung ihren Weg ins Ungewisse. Also die bayrischen Bürger sind sich einig; die Kernenergie muss weg und zwar lieber gestern wie heute. Das taten bei einer Befragung des bayerischen Verbrauchsmonitors 1000 Bürger kund. Doch wie die Energiewende umgesetzt werden soll, steht in den Sternen, denn 37 Prozent der Bayern haben keine Lust, für den Ausbau teureren Strom zu zahlen. Auch mokierten sich 46% der Befragten darüber, Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien in ihrer Nähe zu haben.

„Für mich ist das ein klares Votum für verstärkte Anstrengungen in Richtung Bezahlbarkeit von Strom, zum Beispiel der Einführung einer Strompreisbremse.“ So äußerte sich Bayerns Verbraucherschutzministerin Beate Merk. Sie stellte die Studie zusammen mit Michael Plock von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vor.

Ausblick

So wie Strompreise auf Dauer bezahlbar bleiben müssen, ist es nötig, aus der Kernenergie auszusteigen und erneuerbare Energien voran zubringen. Dies erfordert Zeit und Kosten, hier ist jedes Land gefragt!

 

 

 

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind