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Ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich

Gezeitenkraftwerke

Der Weg aus der Krise?

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Enerdream, Juli 2017
Ausgabe 07 / 2017

Gas, ein effizienter Energieträger

Bundesnetzagentur bekommt Szenarioplan 2014 vorgelegt

Schon länger war der Netzentwicklungsplan für Gas – was das Jahr 2014 betrifft – im Gespräch. Die Fernleitungsnetzbetreiber mussten das Szenario erarbeiten und der Bundesnetzagentur vorlegen. Dies ist inzwischen geschehen. Nun entscheidet sich, ob das Szenario einem Plan standhält und umgesetzt werden kann.

Eine Szenarioerstellung war dringend nötig, da in den vergangenen Winterjahren vor allem in Süddeutschland die unterbrechungsfreie Gasversorgung eng wurde. Die Verteilernetzbetreiber sind natürlich an einer reibungslosen Gasversorgung interessiert; schließlich bestimmt die Nachfrage den Gaspreis. Auf den ersten Blick zeichnet sich eine Problemstellung ab, da nicht nur die Gasproduktion in Deutschland zurückgeht, sondern auch der niederländische Import von niederkalorischem L-Gas auf dem Rückzug ist. Um diesem Problem zu begegnen, sollen Gasnetze systematisch von L-Gas auf H-Gas umgestellt werden.

Beidem Szenariorahmen der Fernleitungsnetzbetreiber geht es auch um geplante Investitionen, schließlich muss die Netzinfrastruktur erweitert werden. Es darf damit gerechnet werden, dass der Gaspreis dadurch wieder steigt, wahrscheinlich werden die Kosten des Netzausbaus auf den einzelnen Kunden umgelegt, genauso wie es beim Ausbau des Stromnetzes passiert ist.

unterschiedliche Gasqualitäten

Bei L- und H-Gas handelt es sich um Erdgas, der Unterschied besteht in den Energiewerten. H-Gas (High-Gas) ist häufig in der Nordsee rund um Norwegen, Niederlande und Dänemark zu finden und hat einen Methan-Anteil zwischen 87 und 99,1 Vol.%. Da der Stickstoff- und Kohlendioxid-Anteil gleichzeitig gering ist, hat H-Gas einen hohen Heizwert von ca. 10,5 kWh/m3. L-Gas (Low-Gas) hat durch einen geringeren Methan- (ca 85 Vol %) und dabei höheren Stickstoff- und Kohlendioxid-Anteil einen schlechteren Heizwert; ca. 8,5 kWh/m3.

Erdgas ist nicht zu verwechseln mit Flüssiggas. Flüssig – der Name sagt es schon – ist das LPG (Liquified Petroleum Gas). Es wird erst gasförmig, wenn es brennt und ist ein Abfallprodukt von Kokereien und Erdöl- sowie Erdgasproduktionen Zu den bekanntesten Sorten zählt Butan und Propan, beides geruchlose Gase, (so gut wie kein Schwefel und Kohlendioxid; sie sind Geruchsträger), weswegen sie umweltfreundlich und damit in Naturschutzgebieten eingesetzt werden dürfen.

Einen hohen Bekanntheitsgrad hat Flüssiggas unter anderem durch das Camping bekommen. Egal ob beim Zelten, wo Gaskartuschen herhalten müssen, oder im Wohnwagen, wo Gasflaschen zum Kochen dienen und Heizstrahler „füttern“, Gas ist zu einem beliebten mobilen Energieträger geworden.

Sicherheitsaspekte Gasflaschen

Gasflaschen bekommen in Deutschland einen sehr hohen Sicherheitsstandard, nicht umsonst müssen sie regelmäßig zum TÜV und verfügen – im Gegensatz zu Frankreich – über ein Sicherheitsventil. Doch leider wird durch den hohen Sicherheitsaspekt manchmal leichtsinnig mit Gasflaschen umgegangen.

Flüssiggas ist schwerer als Luft, daher sammelt sich bei einem Leck das Gas in Bodennähe. Wenn nun ein Zündfunke – und da reicht schon eine in der Nähe stehende Tiefkühltruhe – entsteht, kommt es zur gefürchteten Explosion. Oberste Priorität hat daher die Kontrolle der Flasche auf Dichtigkeit. Selbst wenn die Flasche schon in Benutzung ist schadet es nicht, ab und an das Ventil zu überprüfen. Eine kleine undichte Stelle reicht völlig aus, um Gas kontinuierlich ausströmen zu lassen.

Bei einem Nenndruck von bis zu 300 bar können Gasflaschen schon einmal zur enormen Gefahr werden. Wer mit Gas kocht, oder einen kleinen Campingbetrieb hat, wird wahrscheinlich mehrere Gasflaschen auf Vorrat lagern, dies darf auf keinen Fall im Haus geschehen. Ein sicherer Gasflaschencontainer (nach TRG 280-Vorschriften) sollte aus massivem Stahl gebaut und feuerfest verzinkt sein. Im Zweifelsfall muss der Container dem Druck einer Explosion standhalten können. Auch sind schwere Halterungsketten, ein Belüftungsgitter und ein feuerfester Boden einfach Pflicht.

Nutzungsentwicklung Gas

Wie anfänglich erwähnt, ist den Fernleitungsnetzbetreibern daran gelegen, einen reibungslosen Gasbestand sichern zu können. Interessiert ist allerdings, dass nicht nur die Gasproduktion in Deutschland zurück geht, sondern auch die Nachfrage. Dies liegt nicht nur an einer schlechteren Wirtschaftslage (sprich geringerer Produktion), sondern auch am veränderten Verhalten des einzelnen Verbrauchers. Sparen – vor allem im Energiesektor – ist das Wort der Stunde, daher werden Häuser gedämmt, alte Heizungsanlagen saniert und Warmwasser mittels Solar erzeugt. Doch das ist nicht alles; Neubauten werden immer seltener mit einer Gasanlage ausgestattet. Betrug der Marktanteil 2000 noch 77%, waren es 2012 nur noch 50%, Tendenz weiter sinkend (Quelle)

Nach Abschätzung der Lage zeigt sich, dass der Rückgang des Gases auch mit demografischen Gegebenheiten zusammenhängt, so steigt der Gasbedarf im Süden des Landes, da hier das entsprechende Angebot vorhanden ist und geht im Osten zurück; dort gibt es einfach weniger Gaswerke. Um dieses Ungleichgewicht zu bereinigen werden erwähnte Szenarien aufgestellt, damit auf Dauer eine flächendeckende Gasversorgung erfolgen kann.

Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Eine Segelyacht segelt in den Wolken Ein Strauch verliert Blätter im Wind